Der Klub im frühen 19. Jahrhundert

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Bis 1816 blieb die Klubgesellschaft der einzige Geselligkeitsverein in Hamm. Nach Mayer führte die Ablehnung der Aufnahme des Beigeordneten Wilhelm Borberg zum Austritt von sechs Mitgliedern, die wiederum ihrerseits die Gesellschaft „Harmonie“ aus der Taufe hoben. Sie legte in ihren Statuten im Jahre 1818 einen der Klubgesellschaft sehr ähnlichen Vereinszweck zugrunde: „Der einzige Zweck der Verbindung der Glieder dieser Gesellschaft ist: Erholung in einem vertrauten Zirkel durch den Genuss erlaubter, den Regeln der Sittlichkeit und der bürgerlichen Verfassung nicht entgegenstehender Lebensfreuden zu finden.“

Wurde die Klubgesellschaft anfangs durch Lehrer, Juristen, Militärs und hohe Beamte geprägt, so waren es in erster Linie die reichen Kaufleute, welche die „Harmonie“ dominierten.
In der Tat herrschte zwischen beiden Gesellschaften ein gutes Einvernehmen, Veranstaltungen standen Damen und Herren auf beiden Seiten offen. Ein gutes Beispiel für die vereinsübergreifende Aktivität der Klubgesellschaft war die verbindende Kraft der Musik. Ehe in Hamm ein dauerhafter Musikverein gegründet wurde, gab es bei der Freimaurerloge die „Musikalischen Brüder“, und die Klubgesellschaft unterhielt entsprechende Kontakte zu dem Gesangslehrer des Gymnasiums, Peter Buhlmann. Buhlmann war zwischen 1824 und 1849 in Hamm tätig. In dieser Zeit wurde er Mitglied der Loge und blieb auch nach seinem Weggang nach Elberfeld der Hammer Loge verbunden.

 

Der Klub im frühen 19. Jahrhundert
Nach der Eingliederung Westfalens als Provinz in den preußischen Staat war Hamm der Sitz eines Regierungspräsidiums in Aussicht gestellt worden. Man entschied sich allerdings für den Ort Arnsberg.
Die preußische Staatsregierung ordnete allerdings an, das klevisch-märkische Hofgericht von Kleve nach Hamm zu verlegen. Sein Bezirk erstreckte sich auf die ehemaligen klevischmärkischen Gebiete mit 300 000 Bewohnern. Das Gericht erhielt die Bezeichnung „Oberlandesgericht“ (später „Appellationsgericht“). Ende Mai 1820 wurden die Angehörigen des Gerichts mit ihren Familien auf Wagen vom Niederrhein nach Hamm befördert. Durch die Verlegung des Oberlandesgerichtes nach Hamm wuchs die Zahl der Klubmitglieder erheblich. Neben dem neuen Präsidenten von Rappard waren es vor allem die Oberlandesgerichtsräte – acht an der Zahl-, Assessoren und Referendare, die der Klubgesellschaft beitraten, andere Beamte fand man in der „Harmonie“. Bedingt durch diesen großen Zuwachs mietete die Klubgesellschaft einen größeren Raum im Tiemannschen Haus.

Allerdings stand der Wunsch nach eigenen Räumlichkeiten im Raum. Als die beiden Vorsterschen Häuser, am Südrand des Marktplatzes gelegen, zur Versteigerung ausgeschrieben wurden, stellte dies für die Klubgesellschaft eine gute Gelegenheit dar. Im größeren der beiden Gebäude, Nr. 374, war man bereits Mieter. Die Generalversammlung beauftragte nun ein Mitglied, den Justiz-Kornmissionsrat
Johann Franz Cappell, im Versteigerungsver- fahren für den Klub zu bieten. Bei der Festsetzung des geringsten Gebotes wurde das Haus Nr. 374 mit einem Werte von 4200 Reichstalern, das kleinere mit einem Werte von 617 Reichstalern angesetzt. Eine erhebliche Geldsumme, welche die Gesellschaft nicht aufzubringen in der Lage war. Schließlich stellte der Reichsfreiherr Theodor von Fürstenberg in Herdringen bei Neheim ein Darlehen von 4600 Reichstalern zur Verfügung. Es sollte im Grundbuch als Hypothek auf den Grundstücken eingetragen werden. Am 3. August 1825 wurde Cappell auf ein Gebot von 4800 Reichstalern der Zuschlag erteilt. Die beiden zweigeschossigen Häuser waren Fachwerkbauten. Das größere befand sich in einem „mittelmäßigen“, das kleinere in einem guten Zustande. Die beiden Häuser wurden nach kurzer Zeit abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.



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